Der Blick in den Spiegel birgt weit mehr als nur eine seitenverkehrte Aussicht auf die Wirklichkeit. Spätestens seit Alice sich auf ihre berühmte Reise jenseits des Spiegelglases begab, ist klar: Hier findet ein umfassender, radikal hinterfragender Perspektivwechsel statt. Barbara Probsts neue Arbeiten lassen sich auf diese Reise ein. Sie entstanden 2025/2026 im Studio der Künstlerin und integrieren autobiographische Zitate – skulpturale sowie fotografische Werke aus den frühen 1990er Jahren. Damals begann Barbara Probst, von der Bildhauerei kommend, sich mit Fotografie zu befassen. Modellhaft arrangierte, farbige Kuben, die im Rückblick auf diese Zeit neu entstanden, frühe fotografische Bilder sowie Skulpturen ihres Vaters, der Bildhauer war, bilden die Bühne für diese neuen »Exposures«. Ästhetisch und höchst präzise komponiert, wirken sie wie ein wissenschaftlicher Versuchsaufbau. Es sind Experimente des Sehens. In allen Bildern ist die Künstlerin selbst Teil der Inszenierung. Die zwölf Bildpaare bestehen größtenteils aus jeweils einer farbigen und einer schwarz-weißen Aufnahme. Mühelos loten sie die Grenze des visuell Entschlüsselbaren aus und halten uns den Spiegel vor. Begleitet werden sie von einem Text des britischen Autors und Kurators David Campany, der die Welt dieser Arbeiten vor dem Hintergrund des bisherigen Werkes von Barbara Probst untersucht.
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